Cars of Hope: Die Repression gegen Geflüchteten, Helfer:innen und Solidaritätsaktivist:innen ist eine „normale“ Praxis in Europa, aber wir werden weiterhin Menschen auf der Balkanroute unterstützen – Nächste Woche reisen wir nach #Griechenland

Griechenland. Heute gab das griechische Migrationsministerium bekannt, dass die Verteilung von Nahrungsmitteln an Geflüchtete nun für alle NGO’s auf Lesbos verboten ist. Das Ministerium drohte mit einer Geldstrafe für alle, die versuchen, die Menschen, die stundenlang in der brütend heißen Sonne vor dem neuen Lager anstehen, mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen. Das „Cars of Hope“-Kollektiv erlebte eine Menge Repressionen gegen Menschen, die in den vergangenen Jahren Geflüchtete auf der Balkanroute unterstützten, aber trotzdem haben wir unsere Arbeit fortgesetzt. Bald werden wir nach Griechenland zurückkehren. Eine Mitteilung des Cars of Hope Kollektivs.

Wie viele von euch vielleicht noch wissen, hatten wir vor, im März nach Griechenland zurückzukehren, aber wegen der Reisebeschränkungen im Rahmen von COVID-19 mussten wir unsere Pläne verschieben. Die Situation vor Ort entwickelte sich zu einer Katastrophe. Die griechische Regierung hat im März 2020 damit angefangen, die Menschen in den Lagern unter Quarantäne zu stellen. Die Menschen sind nun fünf Monate lang inhaftiert.

Gestern hat die griechische Polizei das Gebiet um Kara Tepe auf Lesbos geräumt. Die Menschen wurden gezwungen, sich in dem neuen Lager zu registrieren, das bereits völlig überfüllt ist, kein fließendes Wasser hat und eine steigende Zahl von COVID-19-Fällen aufweist. Es ist klar, dass die EU-Mitgliedsstaaten, insbesondere die rechtsgerichtete griechische Regierung, nicht beabsichtigen, ihre barbarische Grenzpolitik zu ändern, um Menschen davon abzuschrecken, nach Europa zu kommen. Auch das neue Lager steht unter Quarantäne, so dass die Inhaftierung von Geflüchteten in Griechenland weitergeht. Menschen in vollgestopfte Lager zu stecken, war nie akzeptabel, in Zeiten von COVID-19 ist es sogar noch unverantwortlicher. Die staatlichen Behörden sagen uns immer wieder, dass wir Abstand halten sollen. Wie sollen die Menschen das in überfüllten Lagern tun, die nicht einmal fließendes Wasser haben, so dass sie sich noch nicht einmal regelmäßig die Hände waschen können?

Heute gab das griechische Migrationsministerium bekannt, dass die Verteilung von Nahrungsmitteln an Geflüchtete nun für alle NGO’s auf Lesbos verboten ist. Für uns ist das nichts Neues. Wir haben diese Erfahrung bereits in Idomeni (Griechenland), in Bosnien und in Belgrad (Serbien) gemacht. Wir haben unsere Arbeit immer fortgesetzt und haben Erfahrung mit der Arbeit unter schwierigen Bedingungen. Die Androhung von Repressionen durch staatliche Behörden, nur weil wir Lebensmittel und andere Dinge des täglichen Bedarfs an die Menschen auf der Balkanroute verteilen, hat uns nie beeindruckt. Unsere einzige Reaktion war immer der Versuch, die Risiken zu minimieren und unsere Arbeit mit noch größerer Entschlossenheit fortzusetzen.

Wir haben uns zur Rückkehr auf die Balkanroute entschlossen, kurz nachdem das Lager Moria bis niedergebrannt war. Wir werden Ende nächster Woche in Griechenland ankommen. Die heutigen Drohungen der griechischen Regierung haben uns noch entschlossener gemacht als je zuvor. Wir werden weiterhin Lebensmittel, Wasser und andere Sachen verteilen, die die Menschen für ihr tägliches Leben benötigen.

Nach den gestrigen Vertreibungen rund um Kara Tepe wissen wir nicht, wie sich die Situation vor Ort in den kommenden Tagen entwickeln wird, aber es gelang uns in der Vergangenheit immer, angemessene Lösungen zu finden, und wir sind zuversichtlich, dass wir unsere Arbeit auf der Balkanroute fortsetzen können.

Wir grüßen die Menschen, die morgen auf die Straße gehen werden: Setzt euren Widerstand gegen die EU-Grenzpolitik in ganz Europa fort.

Cars of Hope, 18. September 2020.

Um so viele Menschen wie möglich zu unterstützen, braucht das Cars of Hope Kollektiv eure Unterstützung.

Wir bedanken uns bei euch im Voraus! Ohne euch wäre unsere Arbeit gar nicht möglich!

Kontoverbindung

Volksbank im Bergischen Land

Kontoinhaber: Hopetal e.V.

Verwendungszweck: Cars of Hope

IBAN: DE51 3406 0094 0002 9450 87

BIC: VBRSDE33XXX

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